top of page

3 Milliarden Euro Förderung: Ein Katalysator für Restwertdruck und grenzüberschreitenden Handel

Was passiert, wenn eine gut gemeinte Regierungspolitik die Regeln des Gebrauchtwagenmarktes schlagartig verändert? Und was, wenn dieselbe Maßnahme neue Chancen eröffnet – allerdings nur für Händler, die ihre Abläufe und Kapazitäten im Griff haben?

Die Bundesregierung hat für die kommenden Jahre Investitionen in Höhe von rund 3 Milliarden Euro in eine neue Kaufprämie für Elektrofahrzeuge angekündigt. Das Ziel ist klar: den Verkauf neuer Elektrofahrzeuge anzukurbeln. Weniger sichtbar, aber mindestens ebenso relevant sind die Folgen für den Gebrauchtwagenmarkt – in Deutschland und darüber hinaus.


Restwerte unter strukturellem Druck

Die Restwerte von gebrauchten Elektrofahrzeugen stehen in Deutschland schon seit einiger Zeit unter Druck. Die Akzeptanz von gebrauchten Elektrofahrzeugen bei privaten Käufern bleibt weiterhin hinter den Erwartungen zurück, während das Angebot steigt. Im Jahr 2026 kommt ein weiterer Faktor hinzu: Große Mengen an Elektrofahrzeugen, die vor einigen Jahren im Rahmen des BAFA-Förderprogramms als Leasingfahrzeuge in Betrieb genommen wurden, kehren nun auf den Markt zurück.


Für Leasinggesellschaften, Händler und Gebrauchtwagenhändler ist dies kein theoretisches Risiko, sondern eine unmittelbare Herausforderung, die sich auf Lagerbestände, Finanzierung und Margen auswirkt. Ein erhöhtes Angebot in Verbindung mit einer verhaltenen Nachfrage führt zu einer instabilen Preisuntergrenze – genau in dem Moment, in dem viele Fahrzeuge in ihren zweiten Lebenszyklus eintreten.


Wenn „Neu“ plötzlich mit „Gebraucht“ konkurriert

Die neue deutsche Kaufprämie liegt je nach Einkommenshöhe zwischen 3.000 und 6.000 Euro und gilt für Fahrzeuge mit einem Preis von bis zu 45.000 Euro. Dies führt zu einem direkten Wettbewerb zwischen subventionierten neuen Elektrofahrzeugen und jungen Gebrauchtwagen.


Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass ein erheblicher Anteil der jüngsten Neuzulassungen Selbstzulassungen oder Fahrzeuge aus Mietflotten waren – Autos, die in diesem Jahr ebenfalls auf den Gebrauchtwagenmarkt zurückkehren, jedoch keinen Anspruch auf Fördermittel haben. Viele deutsche Händler rechnen daher damit, dass dieses spezifische Segment einem zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Restwerte ausgesetzt sein wird.


Für Finanzierungspartner erhöht diese Situation die Unsicherheit weiter: Der Wert von rollenden Flotten und Lagerbeständen wird weniger vorhersehbar. Es besteht ein reales Risiko, dass die Verluste bei diesen Fahrzeugen den Nutzen der Förderung selbst übersteigen könnten.


Internationaler Handel als strukturelles Ventil

Wie bei früheren Marktverwerfungen wird der internationale Gebrauchtwagenhandel einen Teil des Überschusses auffangen. Preis- und Nachfrageschwankungen zwischen europäischen Ländern machen grenzüberschreitende Transaktionen wirtschaftlich sinnvoll.


In der Praxis reagiert jedoch nicht jeder Händler sofort. Deutschland genießt durch Plattformen wie Mobile.de einen guten Ruf im Exportgeschäft, doch viele deutsche Händler und Autohändler bleiben vorsichtig, wenn es um Mehrwertsteuerrisiken, Dokumentation, Compliance-Anforderungen und Anfragen von Banken oder Steuerberatern geht. Diese Vorsicht ist verständlich – erhöht aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Preisdruck länger als nötig anhält.


In einem Markt mit zunehmender Volatilität wird der Export immer weniger zu einer Notlösung und immer mehr zu einer strategischen Kompetenz. Nicht jeder Händler muss zum Exporteur werden, aber diejenigen, die sich ausschließlich auf den heimischen Markt verlassen, nehmen ein steigendes Restwert- und Finanzierungsrisiko in Kauf.


Stragegische Optionen zur Reduzierung des Restwertrisikos


Wiedervermarktung von Fahrzeugen

In den Niederlanden hat sich die Umnutzung von ehemaligen Leasing-E-Fahrzeugen als „Gebrauchtwagen-Leasing“-Fahrzeuge in den letzten Jahren als tragfähiges Geschäftsmodell erwiesen. Relativ stabile monatliche Einnahmen in Verbindung mit begrenzten zusätzlichen Abschreibungen trugen dazu bei, das Restwertrisiko teilweise auszugleichen. In Deutschland gibt es das Gebrauchtwagen-Leasing schon seit einiger Zeit, allerdings in der Regel mit strengen Alters- und Kilometerbegrenzungen. Ob diese Grenzen gelockert werden, um den Restwertdruck zu verringern, bleibt abzuwarten.


Differenzierung in einem überfüllten Markt

Da das Angebot an gebrauchten Elektrofahrzeugen wächst, wird Differenzierung unerlässlich. Vor allem bei internationalen Geschäften wünschen sich Käufer genaue Klarheit darüber, was sie erwerben. Der Zustand des Akkus stellt das größte finanzielle Risiko dar. Doch nur ein begrenzter Anteil des Elektrofahrzeugangebots (16 % der Angebote auf Mobile.de) verfügt derzeit über ein State-of-Health-Zertifikat. Für Händler, die den Export ernst nehmen, kann Transparenz hinsichtlich des Akkustatus den Unterschied zwischen Warten und schnellem Verkauf ausmachen.


Investition in Exportkapazitäten

Die Nachfrage nach gebrauchten Elektrofahrzeugen ist europaweit, während sich das Angebot zunehmend lokal konzentriert. In diesem Zusammenhang ist die Stärkung der Exportkapazitäten kein Luxus, sondern eine Form der Risikostreuung. Der Export muss nicht komplex sein – vorausgesetzt, Prozesse, Prüfungen und Dokumentation sind im Voraus ordnungsgemäß eingerichtet und lassen sich auf mehrere Transaktionen übertragen.


Für den Export braucht es mehr als nur einen Käufer

Der grenzüberschreitende Handel endet nicht mit der Einigung über den Preis. Banken, Wirtschaftsprüfer und Steuerbehörden erwarten Einblick in die Gegenpartei, die Zahlungsströme und die Mehrwertsteuerbehandlung. Unvollständige Unterlagen oder die unbeabsichtigte Verwicklung in Mehrwertsteuerbetrug können zu erheblichen Geldstrafen und persönlicher Haftung führen, mit schwerwiegenden Folgen für den Geschäftsbetrieb und die Finanzierung.


Novatrade24 ist eine Plattform, die die komplexen Compliance-Aufgaben im Zusammenhang mit dem Export übernimmt. Anstelle von vereinzelten Prüfungen und manueller Dokumentation führt die Plattform Autohändler, Leasinggesellschaften und Marktplätze mit nur wenigen Klicks zu einer vollständig konformen Exportdatei. Novatrade24 führt KYC- und KYB-Prüfungen durch und strukturiert alle relevanten Daten und Dokumente im Rahmen seines Click2Comply-Prozesses. Das Ergebnis ist ein einziges, vollständiges Exportdossier, das für Steuerbehörden, Steuerberater und Banken sofort nutzbar ist. Der Export wird dadurch nicht nur schneller, sondern auch nachvollziehbar, skalierbar und für den langfristigen strukturellen Einsatz geeignet.


Vorbereitung auf einen sich wandelnden Markt

Mit 3 Milliarden Euro an Kaufprämien für Elektrofahrzeuge beschleunigt die deutsche Regierung unbeabsichtigt die internationale Dynamik auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Die Frage ist nicht, ob der grenzüberschreitende Handel an Bedeutung gewinnen wird, sondern welche Händler operativ und strategisch darauf vorbereitet sind.


Wer Geo-Pricing oder Geo-Arbitrage nutzen möchte, um Verkaufspreise und Lagerumschlag zu verbessern, tut gut daran, seine Exportstrukturen rechtzeitig in Ordnung zu bringen.


Möchten Sie erfahren, wie Sie den Export professionell und regelkonform organisieren können? Fordern Sie eine Online-Demo oder eine Beratungssitzung über info@novatrade24.com an.


 
 
bottom of page