Der Automobilsektor profitiert kau von einer lockeren Bargeldpolitik
- sabine689
- 27. Mai
- 3 Min. Lesezeit

“DNB räumt Banken mehr Spielraum bei der Annahme von Bargeld ein“, lautete die Überschrift eines Artikels im „Financieel Dagblad“ vom 27. Juni. Banken, die De Nederlandsche Bank und Wirtschaftsverbände sind sich einig, dass wirklich legitime Bargeldtransaktionen von Unternehmern nicht automatisch als verdächtig eingestuft werden sollten. Die Zeitung weist darauf hin, dass es zahlreiche Rechtsstreitigkeiten gibt, in denen Banken fälschlicherweise das Konto eines Unternehmers geschlossen haben, oft in Fällen, in denen Bargeld im Spiel war.
Die Banken selbst (über den niederländischen Bankenverband) geben zu, dass sie in den letzten Jahren bei der Überwachung von Bargeld zu weit gegangen sind. Unternehmen, Verbraucher und die DNB stimmen dem zu. Es ist Zeit für neue Regeln. Nach der überarbeiteten Richtlinie werden die Banken weniger streng mit Unternehmern umgehen, deren jährliche Bareinzahlungen unter einer bestimmten Schwelle bleiben, was zweifellos eine gute Nachricht ist.
Neue Richtlinie: 600 € Bargeld pro Woche
Laut dem Financieel Dagblad legt jede Bank ihre eigenen Grenzen fest. Der niederländische Bankenverband nennt Beispiele von 20.000 € pro Jahr für Privatpersonen und 30.000 € für Unternehmen – das entspricht etwa 600 € pro Woche an Bargeldtransaktionen. Banken werden auch nicht mehr automatisch Alarm schlagen, wenn eine einzelne 200-€-Banknote auftaucht, die bisher (zusammen mit der 500-€-Banknote) als mutmaßlich verdächtig behandelt wurde. Das ist eine willkommene Erleichterung beispielsweise für einen Strandbarbesitzer, der deutsche Touristen bedient, für die Automobilbranche ändert sich dadurch jedoch nichts.
Der Automobilsektor unterliegt weiterhin strenger Aufsicht
Da sich die Risikoprofile je nach Branche unterscheiden, legen die Banken Bargeldlimits für jede Kundengruppe fest. Schrotthändler, Autohäuser und das Gastgewerbe gelten weiterhin als risikoreich, was bedeutet, dass Ein- und Auszahlungsmuster weiterhin genau überwacht werden und etwaige Unregelmäßigkeiten weiterhin Warnmeldungen auslösen.
Was bedeutet das in der Praxis?
Bargeldlose Transaktionen werden bevorzugt, da sie zu einer sichereren Gesellschaft beitragen. In den Niederlanden ist das Online-Banking fest etabliert und selbst beim Autokauf zur Norm geworden. Viele unserer europäischen Handelspartner sind jedoch nach wie vor stark auf Bargeld angewiesen, was zu Reibungsverlusten im grenzüberschreitenden Automobilhandel führt. Einerseits wollen wir Kriminalität bekämpfen, indem wir Bargeld minimieren; andererseits streben wir freien Handel an, der im Idealfall die Möglichkeit von Barzahlungen beinhaltet.
Abbau von Handelsbarrieren Das niederländische Compliance-System ist so streng, dass ein Verkäufer, der unwissentlich mit einem Kriminellen im Ausland Geschäfte tätigt, strafrechtlich verfolgt werden kann, wenn er nicht nachweisen kann, dass er „nicht wusste oder nicht wissen konnte“, dass die Gegenpartei illegal handelte. Dieser übermäßig starre Ansatz ist für niederländische Exporteure zu einem echten Handelshemmnis geworden.
Was können Sie tun? Wenn Sie jegliches Risiko eines Verdachts ausschließen möchten, bestehen Sie auf bargeldlosen Zahlungen. Gleichzeitig bleibt Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel, und Sie sind berechtigt, es anzunehmen, insbesondere im Umgang mit Partnern, die nur eingeschränkten Zugang zu Online-Banking haben. Halten Sie sich über die neuesten Vorschriften für Barzahlungen auf dem Laufenden. Um Risiken zu minimieren, führen Sie bei jedem Käufer eine gründliche, lückenlose KYC-Prüfung durch und gehen Sie so potenzielle Probleme bereits zu Beginn der Geschäftsbeziehung an.
Was würde unserer Branche noch helfen? Ein pauschaler Verdacht gegenüber Verkäufern stigmatisiert die Automobilindustrie zu Unrecht. Wir fordern daher eine gezieltere Überprüfung des Käuferverhaltens im Ausland. Ein standardmäßiger KYC-Check ist zwar ein guter Anfang, doch wäre es noch besser, Exporttransaktionen anhand von Umsatzsteuererklärungen nachzuverfolgen. Technisch gesehen sollte es unkompliziert sein, Fahrzeuglieferungen mit den Umsatzsteuererklärungen im Bestimmungsland abzugleichen.
Auf eine Harmonisierung der Zahlungsgewohnheiten hinarbeiten Wir fordern die politischen Entscheidungsträger zudem nachdrücklich auf, neben strengeren Bargeldkontrollen auch die Zahlungspraktiken in den EU-Mitgliedstaaten zu vereinheitlichen. Digitalisierungs- und kulturelle Faktoren sollten auf die Tagesordnung gesetzt werden, damit der Anteil bargeldloser Transaktionen europaweit steigen kann. Allein dies würde den grenzüberschreitenden Handel ankurbeln und unsere Wirtschaft stärken – ein Ergebnis, von dem wir alle profitieren.
Die Mission von Novatrade24 besteht darin, ein Netzwerk von „vertrauenswürdigen Händlern“ aufzubauen – Unternehmen, die von unserem Team im Rahmen eines umfassenden KYC-Prozesses geprüft wurden und deren gesammelte Daten das Risiko von Mehrwertsteuerbetrug und Geldwäsche verringern. Auf diese Weise möchte Novatrade24 Handelsbarrieren abbauen und den freien Warenverkehr in ganz Europa fördern.


